Piccolo

Piccolo, 6 Jahre alt

Name Piccolo (aus Bad Schussenried)
Spitznamen Picco, Piccolinski, Pupsi, King Picco
Mutter Saphira
Vater unbekannt
Geburtstag 08.07.2009
Größe 63 cm
Gewicht 25 kg
Farbe weiß/schwarz
Hörstatus hörend, jedoch nicht AEP getestet
Gebiss vollzahniges Scherengebiss
das mag Picco Fressen (fast immer), wenn er ein Spielzeug apportieren darf, sich sonnen
das mag Picco nicht Ohren putzen, Krallen schneiden, Schwimmen, Feuerwerk, kleine Hunde und Welpen, gebadet werden
Stichworte Riesenbaby, Trampel, Jammerlappen, Balljunkie, freundlich, Grinsebacke
Sonstiges Kastriert seit April 2010

Welpen- und Junghundezeit

Piccolo als Welbe auf der TerasseMit 9 Wochen kam Picco Anfang September 2009 zu uns. Ich muss gestehen, dass er damals ein absoluter Spontankauf war. Dass es ein Dalmatiner und noch dazu ein Rüde sein soll stand schon lange fest, doch eigentlich hatte ich einen Welpen von woanders ins Auge gefasst. Der wurde aber spontan an jemand anderes verkauft und somit sind wir am selben Tag noch andere Welpen anschauen gefahren. Da saß er dann, ganz ruhig und hat alles beobachtet. Er war der dunkelste und ruhigste Welpe im Wurf. Ich musste gar nicht lange überlegen, er war es! Und da er schon alt genug war konnten wir ihn direkt mitnehmen.

Picco war ein recht unkomplizierter und braver Welpe, die ersten Wochen war es dennoch sehr anstrengend mit ihm. Dafür konnte er jedoch nichts, denn er war krank. Scheinbar von Geburt an, nur hatte es noch niemand gemerkt. Hier ist seine Geschichte über die Erkrankung namens Diabetes insipidus:

Piccolo als Welpe im KörbchenDrei Tage nach Picco’s Ankunft waren wir das erste Mal beim Tierarzt, weil er ständig am trinken und pieseln war. So musste er tagsüber (wenn er nicht grad kurz geschlafen hat) mindestens 6 mal pro Stunde raus, manchmal sogar öfter. Nachts musste er mindestens alle 90 Minuten und hat danach jedes Mal gleich wieder die Schüssel leer getrunken. Beim Tierarzt wurde eine Urinprobe entnommen, die gleich untersucht wurde sowie eine Blutprobe, die ins Labor geschickt wurde. Die Urinuntersuchung hat ergeben, dass das Wasser praktisch einfach durch den Hund durchfließt, er war nicht in der Lage den Urin zu konzentrieren, deshalb war er nicht mal ansatzweise gelb. Picco hatte ein spezifisches Uringewicht von 1000 g/l, was Wasser entspricht. Gesunde Hunde haben in der Regel ein spezifisches Gewicht von 1030-1060 g/l. Für eine solche Symptomatik kommen verschiedene Ursachen in Betracht wie z.B. Nierenversagen, Diabetes mellitus und Diabetes insipidus.
Aufgrund der ermittelten Blutwerte konnten Nierenversagen und Diabetes mellitus ausgeschlossen werden. Die Diagnose lautete Diabetes insipidus, was auf deutsch soviel heißt wie „geschmackloser Durchfluss“. Im Gegensatz zum Diabetes mellitus handelt es sich hierbei nicht um eine Fehlfunktion der Bauchspeicheldrüse, sondern um eine Fehlfunktion der Niere oder des Hypothalamus. Man unterscheidet zwei Formen, zum einen den Diabetes insipidus centralis und zum anderen den Diabetes insipidus renalis. Beim centralis ist zwar die Niere in Ordnung aber das Gehirn ist nicht in der Lage das Hormon Vasopressin zu bilden, welches für die Konzentration des Urins in der Niere zuständig ist. Beim renalis produziert das Gehirn ausreichend Vasopressin, aber die Niere spricht nicht darauf an. Um herauszufinden welche der beiden Formen Picco hatte, wurde ein Durstversuch gemacht bei dem er 12 Stunden lang keine Flüssigkeit zu sich nehmen durfte. Dabei zeigte sich, dass er bei langem Wasserentzug in der Lage ist den Urin zu konzentrieren. Damit stand die Diagnose fest: Diabetes insipidus centralis, das heißt die Niere ist funktionsfähig und spricht auf Vasopressin an, welches aber vom Gehirn nicht oder nicht ausreichend produziert wird. Nun ging es an die Behandlung, künstliches Vasopressin sollte dem Hund zugeführt werden. Mir wurden Augentropfen empfohlen, doch den täglichen Kampf mit dem zappeligen Welpen habe ich verloren. Die Tropfen sind überall hin gegangen, aber nicht ins Auge und so musste ich doch auf die teuren Tabletten zurückgreifen. Bei der für Picco nötigen Dosierung haben monatlich 105€ den Besitzer gewechselt. Frostige Aussichten, wenn man bedenkt, dass die Behandlung mit Medikamenten lebenslänglich gewesen wäre. Auf so ein Hundeleben hochgerechnet kommt ein nettes Sümmchen zusammen. Da freut sich doch die Pharmaindustrie! Wie sich allerdings schon bald zeigen sollte, nicht mehr lange.

Piccolo als Welpe beim SchlafenDenn zum Glück gab es noch eine sehr vielversprechende Alternative, die mich wieder hoffen ließ. Ich konsultierte eine Tierheilpraktikerin, weil ich es gerne mit Akupunktur probieren wollte. Schon nach der ersten Behandlung stellte sich eine deutliche Besserung ein, ich konnte die Medikamente stark reduzieren. Nach der zweiten Behandlung senkte ich die Medikamentengabe auf eine viertel Tablette täglich und nach der dritten Behandlung war Picco wieder völlig gesund. Es gab seither auch nie wieder Probleme in dieser Hinsicht. Als ich diese frohe Botschaft auch den Tierärzten übermittelt habe, wurde es gekonnt ignoriert oder als Zufall abgetan. Es hieß, dann war es vielleicht doch nicht der Diabetes und er wäre eh wieder gesund geworden. Aha! Durch diesen Vorfall habe ich angefangen mich eingehender mit den alternativen Heilmethoden zu beschäftigen und mich entschlossen selbst Tierheilpraktikerin zu werden.
Picco ist nun seit einem Alter von 6 Monaten wieder völlig gesund, als hätte es die Krankheit nie gegeben.

Erwachsenenalter

Das Wort Erwachsen passt so gar nicht zu Picco, maximal zum Alter und zur Größe, aber im Kopf ist Picco nie erwachsen geworden. Er ist wie ein Riesenbaby, nur, dass er keinen Unfug macht. Vermutlich ist die frühe Kastration im Alter von 8 Monaten nicht ganz unschuldig daran, ich würde keinen Hund ohne absolute Notwendigkeit mehr so früh kastrieren lassen, aber hinterher ist man bekanntermaßen immer schlauer.

Piccolo fängt einen BallPicco ist ein Clown, ein Trampel und eine Mimose, passt nicht zusammen? Oh doch, das gibt dann die einzigartige Mischung namens Piccolo! Zugegeben, er kann schon recht eigenartig sein, aber meistens ist er einfach nur eine wahnsinnig liebenswerte Ulknudel.

Auf andere Hunde kann Picco weitestgehend verzichten, er hat ein paar Freunde, die er sehr mag und mit denen er gerne spielt. Allerdings gibt es auch Hunde, die er ganz und gar nicht leiden kann, dies sind insbsondere sehr kleine Hunde und Welpen. Die meisten anderen Hunde sind Picco eigentlich egal, man kann mit ihm sehr problemlos in einer größeren Hundegruppe spazieren gehen, er verhält sich vorbildlich, es sei denn er hat mal einen schlechten Tag. Dann geht es eben eine zeitlang an die Leine und damit hat es sich dann auch.
Mit anderen Tieren ist Picco in der Wohnung verträglich, er hat eine zeitlang mit zwei Meerschweinchen und 2 Frettchen zusammengewohnt. Er hatte viel Respekt vor den kleinen Tierchen und hat sie stets in Frieden gelassen. Auch mit Katzen geht es in der Wohnung, draußen jedoch möchte er sie jagen.
Menschen findet Picco toll, besonders wenn sie zu Besuch bei ihm sind. Besuch kann er praktisch nie genug haben, er freut sich immer riesig und grinst auch gleich alle an, wenn sie mit ihm sprechen und ihn streicheln. Und wer ein Spielzeug dabeihat und es für ihn wirft ist sofort Picco’s bester Freund, ab da wird man ihn garantiert nicht mehr los.

Piccolo hecheltPicco ist nicht so sehr der Allrounder wie Lina, mit ihm kann man am besten Spaziergänge und ausgiebige Ballspiele machen. So viel Bewegung braucht er aber auch wieder nicht, wenn man mal 2 oder 3 Stunden mit ihm spazieren geht reicht es ihm schon, da kann er teilweise schon wieder nörgelig werden, weil er nach Hause will. Schwimmen ist überhaupt nicht sein Ding, er geht nur bis zum Hals ins Wasser, keinesfalls weiter, er kann zwar schwimmen, will es aber nicht, nichtmal um sein geliebtes Spielzeug vorm Wegschwimmen zu retten. Für Agility ist er auch eher weniger geeignet, da er zu unkoordiniert dafür ist. Und überhaupt nicht möglich sind mit ihm Riechaufgaben jeglicher Art. Spuren verfolgen kann er nicht und auch sonst scheint seine Nase nicht sehr gut zu sein. Ein geworfenes Leckerlie findet er nur, wenn er genau gesehen hat wo es hingeflogen ist, ansonsten kann er fünfmal drüber laufen und merkt es nicht. Er läuft dann ganz hektisch hin und her, versucht es zu finden und hofft, dass ihm jemand zeigt wo es ist. Wo irgendwas Ekliges liegt bekommt er dagegen gleich mit und wälzt sich darin. Da kann man sich nur wundern.

Mit Picco Auto zu fahren ist auch ein Erlebnis für sich. Picco fährt gerne Auto, aber auf der Hinfahrt (egal wohin) macht er sich selbst einen Riesenstress, vermutlich weil er so aufgeregt auf den Ausflug ist, denn zur Rückfahrt ist er glücklich und schläft ganz zufrieden, da hört man keinen Mucks von ihm. Aber zur Hinfahrt jammert, gähnt und hechelt er (auch im Winter) vor lauter Aufregung. Wer das mal miterlebt hat, kann vielleicht verstehen, warum ich ihn für leicht irre halte. Wenn man allerdings länger als ein paar Minuten mit ihm wegfährt, dann beruhigt er sich auch, er stresst sich zum Glück nicht die komplette Fahrt, wenn es länger dauert.

Piccolo, Kopfportrait

Ansonsten ist Picco ein abolutes Gewohnheitstier, er liebt einen durch und durch geregelten Tagesablauf, damit fühlt er sich am wohlsten. Aber wehe, etwas ist nicht so wie er es gern hätte, dann jammert er und zwar sehr ausgiebig wenn es sein muss. Die Lautstärke variiert je nach Situation. Es gibt eine ganze Menge an Dingen, die Picco nicht gefallen und über die es sich aus seiner Sicht zu jammern lohnt. So zum Beispiel wenn es ihm zu kalt ist, das Futter nicht zur passenden Zeit oder schnell genug serviert wird. Ganz schlimm ist es wenn es ums Warten geht, Warten kann Picco so gar nicht, er ist super ungeduldig. Wenn man also mit ihm spazieren geht und stehen bleibt fängt er ca. 5 Sekunden (ungelogen) später an zu jammern und dabei spielt es keine Rolle ob er angeleint ist oder sich frei bewegen kann. Warten bis man fertig zum Losgehen ist findet er genauso schlimm. Und überhaupt, wenn er mal etwas nicht soll, darf, kann, was er aber sonst immer darf, auch dann ist Jammern angesagt. Er ist eine richtige Heulsuse, schon seit dem Welpenalter. Aber ich fürchte, dass ich an der Festigung des ständigen Gejammers nicht ganz unschuldig bin. Denn als Picco als Welpe zu uns kam war er ja krank und habe bei jedem Jammern nach ihm geschaut, weil ich immer dachte er müsste raus (was meistens auch der Fall war). Manchmal aber nicht und dadurch, dass ich jedesmal drauf reagiert habe hat er sich wohl gemerkt, wenn ich jammer kümmert sich jemand um mich. Auch, wenn das heute nicht mehr so ist, das Jammern kriegen wir nicht mehr raus, wir haben schon viel probiert, aber nichts hilft. Naja, es ist nur eine Macke, die keinem wehtut und mit der man gut leben kann.
Alles in allem kann man Picco aber als pflegeleichten und unkomplizierten Hund bezeichnen, der uns hoffentlich noch lange mit seinem Spargrinsen (er zieht die Lefze immer nur einseitig hoch und liegt den Kopf dazu schief) erfreuen wird. Er ist ein echter Schmuser, lässt sich sehr gerne streicheln und mag es mit seinen Menschen zusammen zu sein. Ein gemeinsamer, gemütlicher Filmabend auf der Couch ist ganz nach Picco’s Geschmack.

Piccolos Entwicklung

Piccolo, 10 Wochen alt
10 Wochen alt
Piccolo, 4 Monate
4 Monate
Piccolo, 5 Monate
5 Monate
Piccolo, 7 Monate
7 Monate
Piccolo, 15 Monate
15 Monate
Piccolo, 3 Jahre
3 Jahre
Piccolo, 5 Jahre
5 Jahre