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    Keinen Schritt weiter!

    Jolie beobachtet mit Adleraugen, ob Connor und Lina es ja nicht wagen zu nah an die Wurfkiste zu kommen. Man kann die Anspannung und die Bereitschaft zum Aufspringen in ihrem Blick sehen.

    Bei vielen Züchtern sieht man, dass nicht nur die Mutterhündin in der Wurfbox ist, sondern oft noch eine andere Hündin und beide kümmern sich gemeinsam um den Wurf. Das ist absolut wundervoll und toll anzuschauen, aber bei uns undenkbar!

    Lina und Jolie müssen in den ersten Wochen im Wurfzimmer strikt voneinander getrennt werden, ansonsten kann es zu einer ernsthaften Auseinandersetzung mit Verletzungsabsicht kommen. Weder Lina noch Jolie haben die ersten 2-3 Wochen einen anderen Hund näher als 3m an der Wurfkiste geduldet.

    Im restlichen Haus, Garten oder auf Spaziergängen ist aber alles normal und wie immer, hier verstehen sie sich.

    Und wenn die Welpen 4 Wochen oder älter sind ist es in der Regel auch kein Problem mehr, ab da überlassen die beiden die Kinderschar auch gerne mal jemand anderem um sich eine kleine Auszeit zu gönnen.

    Nicht alle Hündinnen kümmern sich in Harmonie gemeinsam um einen Wurf (und dabei würde Lina ja sooo gerne mitmachen), sondern können zeitweise erbitterte Rivalinnen sein.

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    Kaiserschnitt

    Ein Kaiserschnitt ist heutzutage auch bei Haustieren nichts Ungewöhnliches mehr und kann ein lebensrettender bzw. medizinisch notwendiger Eingriff sein.

    Z.B. weil bei der Hündin keine Wehen einsetzen oder weil ein Welpe zu groß ist oder falsch liegt und damit den Geburtsweg versperrt.

    Jedoch wird meiner Erfahrung nach zu schnell und zu häufig zu einem Kaiserschnitt geraten.
    Er hat natürlich auch Nachteile. Die Wunde kann sich entzünden oder die Hündin nimmt möglicherweise die Welpen nicht an. Die Narkose ist für die Neugeborenen auch nicht ohne.

    Bei uns gab es bisher 1 Kaiserschnitt. „Exclusive Escada“ aus dem E-Wurf wurde so geholt, weil bei Lina nach dem 3. Welpen keine Wehen mehr einsetzten.
    Ich ärgere mich jedoch noch heute, dass ich nicht zuerst auf einen Versuch mit Oxytocin bestanden habe. Lina war auch schon erschöpft und zudem war es über 30 Grad warm, da hatte ich Bammel!
    Aber alles ging gut, dennoch war es wahrscheinlich unnötig.
    Ich musste Maya aber den ganzen Tag anstupsen und bewegen, da ihr Kreislauf sonst schnell absackte. Hätte ich sie einfach liegen lassen wäre sie eventuell an den Narkosenachwirkungen verstorben.

    Beim G- und H-Wurf wollte der letzte Welpe jeweils nicht herauskommen und in beiden Fällen wurde mir auch hier zur OP geraten.

    Diese Male habe ich aber auf mein Gefühl gehört und auf Oxytocin bestanden.
    Beim G-Wurf hieß es anhand des Röntgen der Welpe wäre riesig. War er tatsächlich nicht, er wog auch nur 300g.
    Keine Minute nach der Spritze war er geboren.

    Beim H-Wurf hieß es der Welpe hätte eine komplizierte Lage und falls er quer läge könnte es mit Oxy eine Gebärmutterruptur geben. Ich wusste aber, dass er schon mehrfach im Geburtskanal war, daher bestand eher kein Risiko. Er kam tatsächlich etwas mühsam heraus, aber er kam, ohne OP. Das war die schonendere und 1500€ günstigere Variante.
    Andernfalls hätte ich auch die anderen Welpen in der Klinik lassen müssen, das wollte ich vermeiden.

    Schade finde ich auch, dass die Möglichkeit mit Oxytocin gar nicht erst erwähnt wurde!

    Insofern geht Jolie glücklicherweise Kaiserschnitt-frei in Rente

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    Gaumenspalte / Cleft Palate

    Am Tag nach der Geburt hatten alle Welpen ein wenig abgenommen, für Jolies Würfe nicht ungewöhnlich.
    Am 2. Tag hatte Frau Pink jedoch noch mehr abgenommen und zwar nicht wenig. An den Zitzen war sie zudem sehr motzig und blieb dort nicht lange.

    Daraufhin habe ich ihr Maul kontrolliert und musste feststellen, dass sie eine Gaumenspalte hatte. Damit war auch klar, warum sie so stark abnahm. Sie konnte nicht trinken.
    Leider hatte ich es nicht direkt nach der Geburt bemerkt, da ich nichts gefühlt hatte.

    Eine Gaumenspalte bedeutet, dass die Maulhöhle sowie die Nasenhöhle miteinander verbunden sind. Hierdurch ist es dem Welpen nicht möglich den nötigen Unterdruck aufzubauen, welcher für das Saugen nötig ist.

    Mit diesem Wissen habe ich begonnen sie mit einer Sonde (dünner Schlauch, welcher bis in den Magen geschoben wird) zu füttern. Das war totales Neuland für mich und auch etwas beängstigend.
    Die Tierärztin riet mir aufgrund der Größe der Spalte (man kann sehen, dass diese durchgehend von vorne bis nach ganz hinten in den Rachen geht) sie einzuschläfern.
    Mein Mann und ich wollten es jedoch mit der Sondenernährung probieren, da sie noch sehr munter war.

    Ich fütterte sie alle 2 Stunden und bis zum Abend nahm sie tatsächlich leicht zu.
    Gestern früh war sie dann jedoch schlapper und baute bis mittags weiter ab. Zudem atmete sie rasselnd.
    Nachdem wir entschieden hatten sie doch gehen zu lassen rief mein Mann beim TA an, welcher dafür aber nicht in die Praxis fahren wollte. Nachdem es ihr nun rapide schlechter ging entschieden wir nicht in die über 30min entfernte Klinik zu fahren.

    Wenig später verstarb sie in unseren Händen.
    Dieses kleine Wesen sterben zu sehen hat uns das Herz gebrochen …

    Uns fiel später noch auf, dass ihr After blutverschmiert war, was durch Jolie’s Belecken vorher nicht zu sehen war. Wir vermuten, dass womöglich noch eine innere Verletzung vorgelegen hat.

    Falls es irgendwann nochmal eine Gaumenspalte bei uns geben sollte werde ich wieder um sie kämpfen. Denn dieser Defekt bedeutet keinesfalls zwangsläufig das Todesurteil! Wenn wir sie aufpäppeln können wäre sie in einige Wochen operiert worden um die Spalte chirurgisch schließen zu lassen.
    Danach hätte sie ein ganz normales Leben führen können.

    Heute wird Happy End (so hätte sie heißen sollen, wenn sie es geschafft hätte) im Garten beerdigt.

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    Zuchtequipment

    Von Decken, Handtüchern und Halsbändern über eine Transportbox bis zu Wurfkiste und Zäunen, für eine planmäßige Zucht kommt einiges an Zubehör zusammen.

    Bei uns sind es ca. 7qm an Wandfläche, an denen die Ausstattung lagert.

    Mein lieber Mann hat mir diese praktischen Schränke gebaut, in denen alles übersichtlich und an einem Platz verstaut ist.

    Vor und während eines Wurfes kommen viele verschiedene Dinge zum Einsatz.
    Gerne möchte ich euch zeigen was und wofür das so alles ist.

    Die Wurfkiste ist viele Woche der wichtigste Ort für die Welpen und die Hündin. Hierfür haben wir unzählige Laken, Decken, Nässeeinlagen und Handtücher sowie eine Heizmatte, falls eine weitere Wärmequelle benötigt wird.

    Zäune sind ein weiterer großer Punkt, sowohl für eine Abgrenzung drinnen als auch für den Außenauslauf, denn Welpen sind extrem neugierig

    Um das Gewicht kontrollieren zu können muss eine Waage vorhanden sein. Für die Geburt habe ich außerdem farbige Bändchen zum Markieren und Arterienklemmen zum sicheren Abnabeln und Fläschchen, falls eine Zufütterung nötig wäre.

    Während der Aufzucht kommen die verschiedensten Plüschis und Spielzeuge zum Einsatz, z.B. eine Wippe, Tunnel, Wackelbrett, Bällebad, Schaukel und Sommer ein Planschbecken. Ebenso viele Spielzeuge zum Zerren, Herumtragen und Kauen.

    Auch eine Transportbox ist nötig, mindestens für Tierarztbesuche oder spätere Ausflüge.
    Ebenso Leinen, Halsbänder/Geschirre und Körbchen.

    Auch Futter, Knabbereien, Welpenmilch und Entwurmungsmittel sowie diverse Näpfe sind auf Lager.

    Desweiteren haben wir einen extra PVC um den Boden zu schützen und eine Welpentoilette aus einem Holzrahmen mit Einstreu, die nach jedem Wurf ausgetauscht wird.

    Sogar eine Taschenlampe sollte da sein, falls die Hündin während der Geburt im Dunkeln raus muss.
    Und auch ein Krallenknipser ist unbedingt notwendig, denn die Welpenkrallen sind wahnsinnig spitz und wachsen sehr schnell.

    Es sind schon viele Dinge, vor allem die Kleinigkeiten, an die man sonst vielleicht nicht denken würde.

    Was auf dem Bild noch fehlt sind der PVC, meine ganzen Fachbücher, Ordner für den Papierkram und ein Teil des Futters.

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    Lemonhündin = Lemonwelpen?

    Es ist ein Phänomen, welches mir schon recht häufig begegnet ist: Ist eine Lemonhündin trächtig oder mit neugeborenen Welpen zu sehen, gehen viele Menschen automatisch davon aus, dass auch Lemonwelpen geboren werden. Es kam schon mehrfach vor, dass Interessenten sich für einen Welpen vormerken lassen haben/wollten und ganz selbstverständlich, oft ohne es zu erwähnen, davon ausgehen einen Lemon zu bekommen.

    Dies ist jedoch nicht immer der Fall.
    Welche Farben oder Varianten fallen hängt zum einen vom Erbgang ab und zum anderen vom Partner und dessen Anlagen. Beim G- und H-Wurf habe ich explizit Rüden gewählt mit denen nur schwarze Welpen erwartet werden.

    Da es sich bei Lemon um eine rezessive Eigenschaft handelt können nur dann entsprechende Welpen geboren werden, wenn beide Eltern die Anlage tragen.

    Auch bei einem langhaarigen Elternteil wird oft einfach davon ausgegangen, dass es langhaarigen Nachwuchs gibt.
    Jedoch verhält es sich hier wie bei Lemon, es müssen beide Partner mindestens Anlageträger sein, sonst werden alle Welpen kurzhaarig.

    Daher gilt: Der Phänotyp (das äußere Erscheinungsbild) der Nachkommen ist nicht automatisch mit dem der Eltern identisch.

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    Trächtigkeitsultraschall

    Ich werde häufiger gefragt, wann ich zum Ultraschall gehe.

    Meine Antwort überrascht viele, denn tatsächlich lasse ich nicht generell einen Trächtigkeitsultraschall machen.
    Ich gehe nur, wenn ich es für medizinisch notwendig halte oder aus terminlichen/ organisatorischen Gründen möglichst früh sicher planen muss.

    Ich war nur beim A-Wurf, beim ersten Versuch blieb Lina damals leer, und beim ersten Versuch des B-Wurfes, bei dem sie ebenfalls leer blieb oder resorbiert hatte.

    Beim tatsächlichen B-Wurf, sowie beim C-, D-, E- und F-Wurf war ich nicht beim Ultraschall. Beim G-Wurf bin ich aus medizinischen Gründen gegangen, dieses Mal brauche ich es wieder nicht.

    Bisher habe ich nach 4-5 Wochen auch so immer gesehen ob die Hündin trächtig ist.
    Und zur Feststellung der Anzahl der Welpen ist die Untersuchung auch nicht besonders geeignet wie ich finde. In einigen Fällen stimmt es, in den meisten aber nicht.

    Ich persönlich kann die voraussichtliche Welpenzahl besser anhand des Bauchumfangs und der Gewichtszunahme abschätzen. Das ist zudem völlig stressfrei für die Hündin

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    Rücksicht unter Hundehaltern

    Innerhalb weniger Wochen bin ich 3 Hundehaltern (welche jeweils einen Hund hatten) begegnet, denen ich ausgewichen bin bzw. dies wollte.
    Offenbar löst das Verwirrung bei einigen Hundehaltern aus, denn alle 3 riefen mir entgegen „Meiner tut nichts“, woraufhin ich erwiderte „Aber meine 3 mögen das nicht“. Das löst noch mehr Verwirrung aus und ich werde verständnislos angeschaut. Manchmal kommt dann noch „Beißen die?“

    Eigentlich wollte ich ja nur in Ruhe eine stressfreie Runde drehen. Stattdessen muss ich mich dann ständig rechtfertigen, warum ich ausweiche.

    Mit einem Hund ist so einiges einfacher und ganz anders als mit 3. Mit 3 gibt es häufig eine eigene Gruppendynamik und die „meiner tut nichts“ Halter würden ganz sicher nicht erfreut sein wenn die 3 zusammen auf ihren Hund zustürmen und gemeinsam den Fremden klein halten und analysieren.
    Dann heißt es vermutlich wieder Dalmatiner wären so aggressiv.

    Damit so etwas nicht passiert und unnötiger Stress vermieden wird weiche ich eben aus, vor allem auf eher schmalen Wegen, auf denen es schwierig ist mit etwas Abstand aneinander vorbeizulaufen.

    Meine Hunde müssen nicht zu jedem fremden Hund hin!

    Zudem gibt es natürlich noch etliche andere Gründe, warum man womöglich ausweicht und einen direkten Kontakt meidet.
    Z.B. eine läufige oder trächtige Hündin, denn ich habe keine Lust einen Fremdrüden auf Abstand zu halten, während Connor womöglich sein Mädchen verteidigen will, ebenso bin ich nicht wild darauf verletzte, ungeborene Welpen zu haben, weil ein anderer Hund in den Bauch rennt oder es zum Streit kommt.
    Auch könnte ich einen verletzten, kranken oder operierten Hund haben, der sich zwar bewegen, aber dabei geschont werden soll.

    Es wäre so schön, wenn manche dies einfach im Hinterkopf behalten würden und ein wenig Rücksicht nehmen, da wäre viel geholfen und so mancher Unmut entsteht gar nicht erst

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    Progesteron bei der Hündin

    Progesteron ist das sogenannte Trächtigkeitshormon. Es sorgt dafür, dass die Trächtigkeit überhaupt möglich und aufrechterhalten wird.

    Im Anöstrus, also im hormonellen Normalzustand der Hündin, ist Progesteron niedrig (unter 1ng/ml) und Östrogen hoch. Während der Läufigkeit sinkt der Östrogenspiegel und Progesteron beginnt einige Tage vor den Eisprüngen zu steigen.

    Mit diesem Wissen ist es möglich die Eisprünge abzuschätzen und damit eine Aussage über die voraussichtlich besten Decktage zu machen.
    Ein Wert von 2ng/ml wird als LH Peak bezeichnet, die Eisprünge werden ca. 2 Tage später erwartet. Ein Wert von 4-10ng/ml gilt als Beweis, dass Eisprünge stattgefunden haben. Da die Eizellen noch 2-3 Tage zur Reifung benötigen und erst dann befruchtungsfähig sind, sind die statistisch besten Decktage Tag 1-4 nach den Eisprüngen.

    Ein Progesterontest kann in vielen Fällen hilfreich sein. Z.b. bei Hündinnen, die das erste Mal gedeckt werden. Je besser das natürliche Deckverhalten, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass der Deckakt problemlos klappt.

    Oder wenn der Rüde weit weg wohnt und man keine ganze Woche Urlaub dort einplanen kann.
    Auch finden die Eisprünge nicht unbedingt in jeder Läufigkeit am gleichen Tag statt. Dies kann sich durchaus um mehrere Tage nach vorn oder hinten verschieben. Würde man es immer am gleichen Tag versuchen, könnte man zu früh oder zu spät dran sein.

    Es gibt auch Hündinnen, die sich während der gesamten Läufigkeit decken lassen, hier gibt das Verhalten allein keinerlei Aufschluss über die fertile Phase.
    Im Gegensatz dazu gibt es auch Hündinnen, die sich nur an einem Tag decken lassen. Dies macht die Planung besonders schwierig, wenn der Rüde weiter weg steht.
    Bei weißen Läufigkeiten kann der Test ebenfalls von Vorteil sein, da die fehlenden oder nur schwach vorhandenen äußeren Anzeichen die Einschätzung schwierig machen.

    Ein Progesterontest gibt Aufschluss darüber, ob überhaupt Eisprünge stattgefunden haben. Bei einer befreundeten Züchterin habe ich dies erlebt. Die Hündin war normal läufig und ließ sich auch decken, Progesteron stieg aber nicht an, er blieb bei knapp über 1. Wie erwartet wurde die Hündin nicht trächtig.

    Der Abfall von Progesteron leitet die Geburt ein. Passiert dies zu früh kann eine Frühgeburt mit Verlust der Welpen die Folge sein. In der frühen Trächtigkeit kann es zu einem Abbruch mit Resorption kommen. Mithilfe einer Progesteronmessung ließe sich feststellen ob ein Progesteronmangel dafür verantwortlich ist.

    Ist die Hündin schon mehrere Tage über dem errechneten Wurftermin so ließe sich mithilfe des Tests analysieren, ob bald mit der Geburt zu rechnen ist oder ggf. Hilfe nötig wird

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    AEP Teil 2

    Da es gerade aktuell ist möchte ich das Thema direkt noch einmal aufgreifen.

    Bei einer befreundeten Züchterin wurde vor wenigen Tagen ein 6er Wurf audiometrisch untersucht. Zur großen Überraschung und Verwunderung der Züchterin sind laut der AEP 5 von 6 Welpen einseitig hörend und alle angeblich auf dem rechten Ohr.
    In diesem Wurf gibt es eine Diskrepanz zwischen den AEP Resultaten und den Beobachtungen. Ich habe den Wurf am Wochenende besucht und auf Wunsch ebenfalls im Alltag mitgetestet. Ich stimme mit der Züchterin überein, dass nur 2 der Welpen tatsächlich einseitig hörend sind, die anderen 3 jedoch beidseitig hörend, denn sie reagieren ganz hervorragend auf dem vermeintlichen tauben Ohr.
    Zumindest bei den 3 vermutlich falsch getesteten Welpen habe ich daher empfohlen unbedingt in einiger Zeit woanders eine Nachtestung zu machen.

    Auch ich hatte solche Fälle schon zweimal. Im B-Wurf wurde ein Rüde bei der AEP als vollständig taub eingestuft. Ich sagte dem Tierarzt, dass das nicht sein kann, da er eindeutig hört. Weil er noch schlief wurde er nochmal getestet, jedoch wieder mit dem Ergebnis taub. Einige Wochen später habe ich ihn nachtesten lassen mit dem Ergebnis einseitig hörend, was meiner Einschätzung entsprach.

    Im D-Wurf sollten 2 Welpen einseitig hörend sein, jedoch war ich mir absolut sicher, dass sie beidseitig hörend sind. Dies hat sich dann später bei einer Zweittestung auch bestätigt.

    Diese Erfahrungen zeigen mir, dass man sich leider nicht vollständig auf das Testergebnis verlassen kann, sondern definitiv seine eigene Einschätzung mit einbeziehen sollte. Was jedoch sehr ärgerlich ist, bei einem relativ aufwendigen (aufgrund der Kurznarkose) und eher kostspieligen Test.

    Außerdem fühle ich mich bei solchen Dingen irgendwie machtlos. Es ist ein unschönes Gefühl, denn man weiß genau, dass das Ergebnis falsch ist, kommuniziert auch seine Bedenken, aber kann ansonsten rein gar nichts machen.

    Und dann steht bei der Vermittlung mein Wort gegen das des Tests. Blue Fire, welcher zuerst als taub diagnostiziert wurde, war daher schwieriger zu vermitteln. Es stand mein Wort gegen das AEP Ergebnis. Welchen Grund hatten die Leute auch mir zu glauben?

    Inzwischen denke ich, dass fehlerhafte Ergebnisse bestimmt auch bei anderen Züchtern schon vorgekommen sind oder mal vorkommen werden. Man bekommt nicht viel davon mit, entweder werden die Ergebnisse nicht angezweifelt oder nicht darüber gesprochen. Ich hoffe jedoch, dass die Fehlerquote gering ist, denn ansonsten würde der Test definitiv an Bedeutung verlieren.

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    Falsche AEP

    Gestern bekam ich mit, dass das AEP Ergebnis eines meiner ehemaligen Welpen in verschiedenen Facebookgruppen gepostet wurde und dort nach Erfahrungen mit der AEP gefragt wurde.

    Nachdem dort Kommentare kamen wie „womöglich gefälscht, aus einem tauben Hund einen hörenden gemacht“ und „sowas kann keine VDH Zucht sein, vermutlich gar kein Verein“ möchte ich dazu Stellung nehmen.

    Es handelt sich bei dem besagten Hund um Candy Cupcake aus meinem C-Wurf, welche inzwischen knapp 5,5 Jahre alt ist.
    In der Tat ist die AEP Geschichte des C-Wurfes leider nicht erfreulich und einiges ist schiefgelaufen. Mit rund 4 Wochen hatte ich bei einer Hündin (Cleo) den Verdacht, dass sie nur einseitig hörend ist, was ich den Interessenten auch mitteilte. Dass sie laut AEP beidseitig hörend sein sollte hat uns beide überrascht. Bei den anderen Welpen ist mir nichts Verdächtiges aufgefallen.

    Tatsächlich sind jedoch 3 Hündinnen von einem falschen Ergebnis betroffen.

    Bei der AEP kam mir das Ergebnis selbst komisch vor und ich sprach den Tierarzt darauf an (um Ärger zu vermeiden will ich diesen hier nicht nennen). Er versicherte mehrfach, dass alles korrekt wäre und attestierte handschriftlich neben den Kurven ein beidseitig normales Hörvermögen. Dementsprechend wurden die Hunde natürlich auch als beidseitig hörend verkauft.
    Ich habe mich auf den Tierarzt und die Aussagen verlassen, was im Nachhinein betrachtet leider ein Fehler war. Ich habe seither nie wieder eine AEP vom Tierarzt zuhause durchführen lassen und war auch bei diesem speziellen Tierarzt nie wieder.

    Seither bin ich bei einem sehr erfahrenen Tierarzt mit einem ganz neuen und zuverlässigen Gerät (bei dem die Kurven auch ganz anders und viel deutlicher aussehen). Diesem Tierarzt habe ich ca. 1 Jahr nach dem C-Wurf die Kurven auch gezeigt und er hat die „Verdächtigen“ ebenfalls aussortiert und konnte nicht nachvollziehen wie ein Tierarzt dies als korrekt hörend attestiert.

    Einige Wochen nach der Welpenabgabe erzählten mir 3 Besitzer, dass sie vermuteten, dass der Hund nicht korrekt hörend sei, was die Kurven bestätigen würde.
    Ich bat darum bzw. empfohl eine Nachtestung bei einem anderen Tierarzt zu machen um ganz sicher zu gehen. Dies wurde von allen abgelehnt. Da die Welpen ja schon abgegeben waren konnte ich eine Zweitmeinung auch nicht mehr selbst einholen. Auch als Candy kastriert wurde ist keine Zweit AEP erfolgt, obwohl dies eine günstige Möglichkeit gewesen wäre.

    Mir wurde bekannt, dass aufgrund dieses AEP Reinfalls sehr über mich geschimpft wurde und es sogar hieß man solle gegen mich vorgehen. Und das obwohl ich den Sachverhalt erklärt und um Mithilfe gebeten habe. Das empfinde ich als unfair, ich hätte versucht eine Lösung zu finden, bekam aber keine Möglichkeit dazu.

    Und nun wird das Thema nach über 5 Jahren wieder aufgerollt. Bevor böse Gerüchte verbreitet werden wollte ich daher meine Seite der Geschichte erzählen.

    Weder fälsche ich AEPs noch habe ich jemals vorsätzlich einen Welpen mit falschen Angaben verkauft. Auch habe ich nicht, wie in den Kommentaren gemunkelt wird mein „Wunschergebnis“ selbst daneben geschrieben. Dies ließe sich mit einer Schriftprobe selbstverständlich eindeutig nachweisen.

    Und auch in einer VDH Zucht hätte das passieren können, denn zu dem Tierarzt kann jeder Züchter oder Halter gehen. Die Welpen wären im Zweifelsfall einfach einige Wochen später nachgetestet worden, was ich mir auch gewünscht hätte, nachdem Zweifel aufkamen.

    Ich habe nach bestem Gewissen gehandelt und niemanden belogen oder gar betrogen. Aus Fehlern und negativen Ereignissen lernt man aber und macht es ab da besser.

    NACHTRAG:
    Ich hatte damals auch überlegt gegen den Tierarzt vorzugehen, allerdings hätte ich dafür Zweit AEPs von woanders als Nachweis benötigt, die ich nicht hatte, somit wäre das ganze im Sande verlaufen.