• Allgemein

    Die Sache mit der Warteliste

    Gestern hat eine befreundete Züchterin mir erzählt, dass nun herauskam, dass 5 ihrer Interessenten ebenfalls bei einer anderen Zuchtstätte auf der Liste stehen und dies nicht erwähnt haben 😑

     

    Ich verstehe durchaus den Hintergrund warum so etwas gemacht wird und aus Interessentensicht erscheint das sinnvoll.

    Aus Züchtersicht ist das jedoch alles andere als schön und mehr als nur ärgerlich!

    Welche Auswirkungen diese „Taktik“ haben kann ist vielen vielleicht gar nicht bewusst.
    Viele Züchter planen anhand einer Warteliste ihre Würfe.

    Wenn nun 1 Interessent bei 3 Züchtern gelistet ist, die ihn alle einplanen, dann heißt das, dass voraussichtlich 2 Welpen übrig bleiben. Und wenn das viele so machen, dann kann sich das ganz schön summieren 😔

     

    Es sind also mehr Welpen vorhanden als Menschen für sie, obwohl die Wartelisten eine solche Überproduktion ja möglichst verhindern sollen.

    Zudem blockieren diese Leute unter Umständen den Platz für jemand anderen, der an einem bestimmten Wurf ernsthaft interessiert wäre, aber deshalb keine Chance bekommt.

    Dies kann dann wiederum dazu führen, dass Züchter einen Wurf sozusagen „überbuchen“, also mehr Interessenten aufnehmen als es definitiv Welpen geben wird um auf der sicheren Seite zu sein. Dies ist natürlich auch für ernsthafte Interessenten nicht schön, die dann ggf eine Absage nach der Geburt bekommen.

    Und danach geht das Spiel von vorne los.

    Allerdings kommt man als Züchter kaum drumherum, die Quote derer die vom „auf die Liste setzen lassen“ bis zur Geburt wieder absagen ist enorm.
    Mehr Ehrlichkeit und vor allem auch mehr Zuverlässigkeit und damit Planungssicherheit würden einiges zum Positiven verändern.
    Und bedenkt auch, wenn ihr bei mehreren Züchtern gleichzeitig vorgemerkt seid und dies kommt heraus, schießt ihr euch eventuell ein Eigentor. Wenn der Züchter nicht die Nummer 1 für euch ist, warum solltet ihr sie dann für ihn sein? 😉
  • Allgemein

    Aufbau einer Zucht

    Ich wurde vor kurzem gefragt, ob ich berichten würde, wie man eine Zucht aufbaut.

    Zuerst möchte ich sagen, dass es da ganz sicher nicht nur eine Herangehensweise gibt und dieser Beitrag auch nur einen sehr groben Überblick darstellt.

    Das Vorhaben einer Zucht steht oder fällt mit der Hündin, auf ihr liegt somit das größte Augenmerk.
    Ist bereits eine Hündin vorhanden und der Zuchtgedanke kommt später auf, so ist es sinnvoll sich eingehend mit dem Stammbaum zu beschäftigen (im Bezug auf mögliche Krankheiten/Risiken und Körperbau) und die eigene Hündin möglichst objektiv und kritisch zu beurteilen. Wie ist ihr Wesen, ihr Körperbau, wie steht es um ihre sichtbare Gesundheit?

    Steht der Zuchtwunsch bereits vorher, sollte im Idealfall der Züchter der zukünftigen Hündin ein guter Ansprechpartner sein und beratend zur Seite stehen.
    Als nächstes stehen ab einem bestimmten Alter die zuchtrelevanten Untersuchungen an. Sie geben Aufschluss über die nicht äußerlich sichtbare Gesundheit.

    Vor oder während der Vorbereitung gibt es auch einige sinnvolle Fragen, die man sich stellen sollte:

    * Warum möchte ich züchten?
    * Habe ich genug Zeit einen Wurf angemessen aufzuziehen?
    * Bevorzuge ich einen bestimmten Typ innerhalb der Rasse?
    * Was sind meine Zuchtziele? (Allein das wäre ein Thema für sich)
    * Habe ich finanzielle Rücklagen, falls es nicht läuft wie erhofft?
    * Habe ich mir mindestens das Basiswissen in Bezug auf Genetik, Deckakt, Trächtigkeit, Geburt und Aufzucht angeeignet?

    Alles ist gut gelaufen, der erste Wurf geboren und vermittelt. Glückwunsch!

    Nun heißt es Geduld haben und Beobachten. Die Entwicklung der Nachzuchten immer im Auge zu haben ist ein wichtiger Bestandteil zum weiteren Aufbau der Zucht.

    Hat der Wurf die Erwartungen erfüllt?

    Wie steht es um Gesundheit, Wesen, Körperbau?

    Jeder Wurf gibt weitere Aufschlüsse über die Vererbung und somit eine bessere Einschätzung für zukünftige Verpaarungen.
    Datenerhebung, -analyse und -verarbeitung sind sogesehen das A und O einer planmäßigen Zucht.
  • Allgemein

    Gewöhnung an verschiedene Untergründe

    Ein Hund sollte und muss in der Regel mit einer Vielzahl an Untergründen zurecht kommen und problemlos weiterlaufen.
    Gras, Pflaster, Asphalt, Waldboden, Holz, Felsen, Fliesen, Teppich, um einige zu nennen.
    Seit diesem Wurf habe ich für die Welpen Puzzlematten, die verschiedene Untergründe simulieren. Bei uns dabei ist Eis, Steine, Äste, Eicheln, Tannenzapfen, eine genoppte Halbkugel und Welle (für unebene Wege) sowie eine Schildkröte (z.B. für herumliegendes Spielzeug).
    Die Welpen sind schnurstraks auf und über die Matten spaziert, haben sie genau inspiziert und sich sogar darauf gesetzt und gelegt 🙂
    Für bewegliche Untergründe ist mit der Wippe, dem Balanceboard und der Schaukel gesorgt, welche auch alle sehr beliebt sind. Egal ob es wippt, in alle Richtungen schwingt oder sich dreht, alles kein Problem!

    Die Welpen sind nun im besten Alter angekommen um mehr von der Welt kennenzulernen.
    Ende der Woche steht auch schon der Auszug bevor und ich denke die Zwerge gut darauf vorbereitet zu haben.
  • Allgemein

    Der Welpe – ein unbeschriebenes Blatt?

    Oft wird angenommen, dass neugeborene Welpen wie ein unbeschriebenes Blatt sind, frei von jeglichen Vorbelastungen, positiven oder negativen Einflüssen und somit ganz frei formbar.

    Dies stimmt jedoch nur sehr bedingt, denn ein Welpe wurde bereits im Mutterleib verschiedenen Einflüssen ausgesetzt.
    Wie die Hündin in der Trächtigkeit gehalten und ernährt wird nimmt Einfluss auf die Früchte.
    Ist die Hündin häufig und lange Stress ausgesetzt, so kommen die Welpen bereits mit einer erhöhten Stressanfälligkeit zur Welt. Hauptsächlich das letzte Drittel der Trächtigkeit ist entscheidend.

    Diese Anfälligkeit bleibt ein Leben lang.
    Auch auf das Immunsystem kann sich dies negativ auswirken und einen krankheitsanfälligeren Hund hervorbringen.
    Auch die Ernährung ist nicht unwichtig.

    In der Trächtigkeit beginnt bereits (ebenfalls im letzten Drittel) die Futterprägung der Welpen darüber was die Hündin zu fressen bekommt.
    Dieser Prozess setzt sich beim Säugen fort und wird mit Beginn der Aufnahme von fester Nahrung gefestigt.
    Als Beispiel las ich von fiktiven Fischerhunden, welche über Generationen hinweg überwiegend Fisch bekamen.
    Sie vertrugen nicht gut Rind oder Huhn, da sie immer weiter auf Fisch geprägt wurden und sich somit auf diese Nahrung spezialisiert hatten.
    Ein Welpe ist also tatsächlich nicht gänzlich unbeschrieben, sondern wurde bereits mehreren Einflüssen ausgesetzt, die seine Entwicklung beeinflussen.

    Die Frage wie die Mutter in der Tragezeit gehalten wurde kann somit durchaus hilfreich sein.
  • Allgemein

    Die arme Hündin!?

    Häufig hört oder liest man, dass Hündinnen als „arm“ angesehen werden, weil sie beim Züchter Welpen bekommen und aufziehen.

    Ganz nüchtern betrachtet gäbe es jedoch ohne Hündinnen, die Welpen austragen, bald keine Hunde mehr.

    Hunde vermehren sich, egal ob durch gezielte Zucht oder unkontrollierte Würfe auf der Straße. Was sie unterscheidet sind die Umstände. Eine Hündin beim Züchter muss sich keine Sorgen um ausreichend Futter und Wasser oder einen sicheren Ruhe- und Wurfplatz machen. Sie wird bei Bedarf tierärztlich betreut und hat eine Bezugsperson zur Unterstützung. Ihr Wurflager wird sauber und trocken gehalten, sie muss ihre Welpen nicht vor Feinden beschützen.

    Objektiv betrachtet geht es einer Hündin in einer verantwortungsvollen Zucht also alles andere als schlecht.

    Eine Hündin, die sich aus freien Stücken decken lässt, trächtig wird und möglichst auch eine unkomplizierte Geburt hat ist meiner Meinung nach keinesfalls bemitleidenswert. Im Gegenteil, sie ist mit ihren intakten Instinkten wertvoll für den Fortbestand.

    Ich habe bisher 7 eigene Würfe aufgezogen und kann sagen, dass meine Hündinnen deshalb nicht arm dran waren. Sie haben die Trächtigkeiten sogar richtig genossen, sie waren in der Zeit immer besonders fröhlich und gut drauf. Und auch die Aufzucht war für sie keine Tortur, sondern eine Aufgabe in der sie voll und ganz aufgegangen sind.

    Sowohl Lina als auch Jolie sind durch ihre ersten Würfe geistig noch einmal gereift und haben sich positiv weiterentwickelt. Lina wird auch mit ihren 10 Jahren noch närrisch wenn neugeborene Welpen im Haus sind und möchte sie am liebsten mitversorgen.

    Eine seriöse Zucht hat nichts mit Zwang oder gar Ausbeutung zu tun und ist auch keine Quälerei!
    Natürlich gibt es auch Hündinnen, die wirklich nur „benutzt“ werden, aber das ist ein anderes Thema.

  • Allgemein

    Ein Hund zieht ein, schaffe ich das?

    Vor kurzem kam das Gespräch mit einer meiner Welpenfamilien auf die ersten Wochen mit Hund. Sie erzählten mir, dass die ersten 3 Monate für sie eine größere Umstellung waren als gedacht und sie durchaus auch mehrfach besprochen haben was sie machen wenn sie dem doch nicht gerecht werden.

    Ich bin sehr dankbar, wenn meine Welpenkäufer so viel Vertrauen haben, dass sie mir derartige Dinge erzählen.
    Sich so zu fühlen ist keine Schande und auch kein Versagen!

    Durch das aneignen von Wissen und das lesen von Erfahrungsberichten fühlt man sich durchaus gut vorbereitet und denkt man wüsste was auf einen zukommt. Aber gerade wenn man vorher noch nie einen eigenen Hund hatte sieht die Realität dann oft ganz anders aus. Irgendwie scheint nichts nach Lehrbuch zu laufen? Und auch sonst hatte man sich das nicht ganze nicht so schwierig vorgestellt.
    Monatelang hat man auf den Einzug des Hundes hingefiebert, so groß war der Wunsch nach einem vierbeinigen Begleiter, doch plötzlich ist alles nicht mehr so rosig, sondern nervenaufreibend und frustrierend?

    Das ist eine durchaus normale Situation, auf die man sich, wie ich finde, nur sehr schwer bis gar nicht vorbereiten kann. Man kann sich einfach nicht vorstellen wie es dann tatsächlich laufen wird und man kann es auch nicht wissen, denn jeder Hund ist anders.

    Seit ich denken kann habe ich mir immer einen Hund gewünscht.
    Als ich dann damals meinen ersten Hund bekam, einen 14 Monate alten Mischling aus dem Ausland, war meine Freude jedoch erstmal sehr in den Hintergrund gerückt. Es war so viel anstrengender als ich es mir je vorgestellt hatte. Den ersten Monat habe ich fast täglich gedacht, dass ich es nicht schaffe und sie zurückbringe, ich habe mich überfordert gefühlt. Ich war wirklich tieftraurig, dass es nicht so lief wie ich es mir erhofft hatte. Nach dem Monat wurde es dann schnell besser und ich hatte mich langsam an das Leben mit Hund gewöhnt und sie sich an ihr neues Umfeld.

    Connor war mein 4. eigener Welpe, den ich aufzog. Als er mit 15 Wochen hier ankam hat er die ersten 2-3 Tage ausschließlich ins Haus gemacht, egal wie oft oder wie lange ich mit ihm draußen war. Ich war so frustriert, genervt und ich habe ihn in diesen Momenten gehasst, obwohl ich mich so sehr auf ihn gefreut hatte.

    Auch heute noch gibt es Momente oder Tage, da mag ich meine Hunde nicht und bin genervt von ihnen, weil sie aus meiner Sicht z.B. rumspinnen oder sich furchtbar benehmen. Aber bei wem ist schon nonstop alles supertoll und einfach?

    Schämt euch nicht, wenn ihr mal Zweifel habt, wo Licht ist, da ist auch Schatten!

  • Allgemein

    Abgabealter

    Bezüglich des Abgabealters von Welpen gehen die Meinungen der Menschen sehr auseinander. Daher erscheint es mir sinnvoll dies einmal näher zu thematisieren.

    Bei mittleren bis großen Rassen beträgt das übliche Abgabealter 8 Wochen, dies ist zudem natürlich gesetzeskonform.
    Klein- und Zwergrassen werden häufig erst mit 10-12 Wochen abgeben.

    Gibt ein Züchter seine Welpen mit 8 Wochen ab, so heißt es “Das ist aber sehr früh”oder “Sie sollten lieber länger bei der Mutter bleiben”.
    Gibt ein Züchter seine Welpen dagegen erst mit bspw. 12 Wochen ab kämen sicher Fragen wie “Oh, warum denn erst so spät?”
    Wie man es macht, man macht es falsch.

    Ich gebe bereits seit Beginn meiner Zucht meine Welpen ab Vollendung der 8. Lebenswoche in ihre neuen Familien und gehöre damit zum absoluten Großteil der Züchter. Die wenigsten Züchter behalten ihre Würfe ohne besonderen Grund mehre Wochen länger da.

    Aussagen wie “Den Welpen tut es nur gut, noch länger mit den Geschwistern und der Mutter zusammen zu sein” kann ich nicht unterschreiben.
    Sie sind von der Hündin entwöhnt und müssen nicht mehr gesäugt werden. Sie sind selbstständige Hunde (nur in klein), die allein fressen, ihr Geschäft verrichten und schon sicher laufen können. Die wichtigsten Basics in Sachen hündischer Kommunikation haben sie im Umgang mit den Geschwistern, der Mutter und ggf. anderen Hunden des Züchters bereits gelernt.

    Sie werden von Tag zu Tag neugieriger, mutiger, fordernder, größer und lauter.
    Wenn es sich um einen kleinen Wurf von 2-4 Welpen handelt sind diese auch gut länger als 8 Wochen zu handlen. Bei einem Wurf von 10,12 oder gar 16 Welpen sieht das schon ganz anders aus. Blieben diese nun alle bis 3 Monate, dann müssten sie erheblich teurer abgegeben werden, denn der Aufwand steigt immens und rapide.
    Sie lernen schnell wie man Blödsinn macht. Vor allem in der Gruppe kommen sie auf noch mehr Ideen und stacheln sich gegenseitig an. Egal ob es ums Buddeln in der Wiese, Bellen am Zaun oder Ärgern vom Bruder geht. Je länger sie zusammenbleiben, desto eher entstehen Zankereien, wer Geschwister hat kennt das ja vielleicht.

    Bezüglich der Mutterhündin kann ich natürlich nur von mir reden, aber meine Hündinnen sind irgendwann auch genervt von der stürmischen Bande und verbringen von sich aus nur noch sehr wenig Zeit mit ihnen.

    Ab 8 Wochen können und sollen sie neue Eindrücke bekommen wie Leinelaufen, Stubenreinheit, keine Möbel anfressen, Grundkommandos. Das ist mit einem großen bis sehr großen Wurf kaum zu schaffen, denn auch der Tag eines Züchters hat nur 24 Stunden und es ist unmöglich alle Welpen gleichzeitig im Auge zu behalten und unerwünschtes Verhalten zu unterbinden.
    Viele Züchter nehmen sich für die Aufzucht eines Wurfes ihren Jahresurlaub. Der ist jedoch irgendwann aufgebraucht, aber mit 8 Wochen und älter ist ein Wurf sehr betreeungsintensiv. Die Aktivitätsphasen werden immer länger und eine große Gruppe von Welpen kommt schlechter zur Ruhe als ein einzelner Welpe, denn ständig „motiviert“ ein Geschwister zum Weitermachen.

    Anders sieht es natürlich aus, wenn ein Welpe z.B. ins Ausland vermittelt wird, hier gilt für viele Länder inzwischen die 15 Wochen Regelung. Bei einem Import oder Export ist es also unerlässlich, dass der Welpe bis ca. 15 Wochen beim Züchter bleibt.

    Bei mir müssen Welpen nicht unbedingt direkt mit 8 Wochen abgeholt werden. Sie können ab dann geholt werden, aber es ist keine Bedingung. Wenn es z.B. ein Urlaub oder die Arbeit erst zulässt den Welpen etwas später abzuholen, dann ist das nach Absprache generell möglich. Allerdings erlaube ich mir dann einen Aufpreis zu verlangen. Mein Welpenpreis beinhaltet die Tierarzt- und Futterkosten sowie die Aufzucht bis zur vollendeten 9. Lebenswoche. Bleiben Welpen darüber hinaus berechne ich einen Tagessatz, der zusätzliches Futter, ggf. nötige Entwurmungen und meine Zeit für Betreeung und Training enthält.

    Die meisten Menschen können sich vermutlich kaum vorstellen wie viel Zeit und Nerven eine gute Aufzucht in Anspruch nimmt. Von ein bisschen Füttern und Knuddeln allein wird ein Welpe eben noch nicht der (hoffentlich) alltagstaugliche und umweltsichere Hund, den sich die Meisten wünschen.

  • Allgemein

    Welpenkauf – Die Sache mit der Angst

    Eigentlich sollte die Anschaffung eines Hundes etwas Schönes sein. Es wird sich ein Züchter herausgesucht, die Welpen besucht und endlich ist der Tag da, an dem das Hundebaby sein neues Zuhause beziehen kann. Die Freude und Aufregung ist unbeschreiblich. Schnell noch den Papierkram erledigen, dann kann es losgehen.

    Nicht selten finden sich Klauseln im Kaufvertrag, die für verschiedene Bereiche regeln, wie der Käufer über seinen Hund “verfügen darf”. Z.B. kann dort festgelegt sein, dass der Hund ausschließlich gebarft werden soll oder 3mal im Jahr auf Ausstellungen gezeigt werden muss. Zudem wird dem Käufer häufig untersagt in einem anderen Verein, als dem oder den im Vertrag Genannten zu züchten, sollte der Wunsch nach einer Zucht mit seiner Hündin oder seinem Rüden aufkommen.

    Bei der Abholung des Welpen ist die Euphorie in der Regel sehr groß und der Vertrag ist nebensächlich. Barfen wollte man vielleicht eh, Ausstellungen wollte man eh einmal anschauen und an Zucht denkt man vermutlich noch gar nicht, wenn man in erster Linie einen guten Familienhund möchte.

    Zeit vergeht und der Hund wird erwachsen und möglicherweise ändern sich nun Sichtweisen.
    Barfen geht vielleicht aufgrund veränderter Umstände nicht mehr oder der Hund verweigert das Fressen, sodass man auf eine andere Fütterung umsteigen möchte.
    Auf zwei Ausstellungen ist man wie verabredet gewesen, merkt aber, dass man daran wenig Spaß hat oder es einem einfach zu teuer und zeitintensiv ist. Die weiteren vertraglich vereinbarten Ausstellungen möchte man lieber nicht mehr besuchen.
    Oder es kommt tatsächlich der Wunsch nach Nachwuchs vom eigenen Hund auf. Jedoch kann man sich vielleicht nicht (oder nicht mehr) mit dem Verein identifizieren, aus dem der Hund kommt und würde gerne einen anderen wählen.

    Die meisten Menschen kontaktieren in dem Fall ihren Züchter und sprechen mit diesem darüber. Selbstverständlich sind einige verständnisvoll und lassen den Käufer gewähren. Andere jedoch weigern sich und wollen, dass der Vertrag genau so eingehalten wird, besonders im Bezug auf die Zucht.
    Aus Gesprächen mit anderen Haltern weiß ich, dass es häufiger vorkommt, dass manche Käufer regelrecht Angst vor dem Züchter ihres Hundes haben. Angst vor psychischen, finanziellen oder sogar gerichtlichen Konsequenzen, falls die Planungen dem Vertrag entgegenstehen.

    Sie machen es dann heimlich, sodass der Züchter keinen Wind davon bekommt und es keinen Ärger gibt. Dies lässt darauf schließen, dass von manchen Züchtern ein enormer Druck auf die Käufer ausgeübt wird und womöglich sogar die eine oder andere Drohung im Spiel ist.

    Ist es das wirklich wert? Das Verhältnis zwischen Züchter und Käufer auf Angst und Zwang zu gründen anstatt auf Vertrauen? Mir scheint es geht nur noch um Macht und Kontrolle.
    Die Käufer zahlen mitunter viel Geld für ihren Hund und dürfen im Endeffekt aber häufig nicht selbst entscheiden, was das Beste für sie und ihren Hund ist.

    Seitenweise Einschränkungen und teilweise realitätsferne Anforderungen tragen sicher nicht zum guten Image einer seriösen Zucht bei. Natürlich möchte man als Züchter seine Welpen schützen und in möglichst guten Händen wissen, aber ich denke man kann es auch übertreiben und damit das Gegenteil bewirken.
    Es gibt viele Menschen, die sagen, sie möchten keinen Hund mehr bei Züchtern eines bestimmten Vereins kaufen, weil sie damit nur Stress hatten.
    Ein guter Züchter sollte kein Stressfaktor für den Welpenkäufer sein, sondern eine Anlaufstelle, an die er sich gerne und ohne Angst wendet, egal ob es um positive oder negative Angelegenheiten geht.

  • Allgemein

    Sind Dalmatiner Familienhunde?

    Sind Dalmatiner Familienhunde?

    Häufiger hört man, dass Dalmatiner sich nicht als Familienhunde eignen.
    Man muss sich die Frage stellen was ist denn eigentlich ein „Familienhund“?

    Jede Familie ist anders und hat andere Ansprüche und Erwartungen an einen Hund.
    In die eine Familie passt ein Dalmatiner eventuell überhaupt nicht, während er in eine andere hervorragend hineinpasst.

    Grundsätzlich ist ein Welpe wesentlich leichter zu integrieren als ein bereits erwachsener Hund, dies dürfte aber auf so ziemlich jede Rasse zutreffen.
    Jedoch passt nicht zwangsläufig jeder Welpe zu jeder Familie, dies kann ich aus Erfahrung sagen.

    Ein guter Züchter sollte seine Welpen ab einem gewissen Alter bereits grob einschätzen können und sehr genau beobachten wie die Welpen sich bei Besuchern verhalten. Gibt es kleinere Kinder in der Familie, so ist es durchaus ratsam diese zum Besuch mitzunehmen um die Reaktion der Welpen zu sehen.

    So hatte ich zum Beispiel in meinem A-Wurf den Fall, dass eine Mutter mit ihren 2 Kindern zu Besuch war. Auf einmal fing eines der Kinder laut zu weinen an und einer der Welpen ist sofort ängstlich in die nächste Ecke gelaufen. Ein anderer dagegen ist völlig entspannt liegen geblieben und hat nicht einmal den Kopf gehoben, er war der Richtige.

    In einem anderen Fall war eine Hündin ausgesucht, jedoch zeigte sich bei den Besuchen, dass sie so gar kein Interesse an „ihrer“ Familie hatte. Als dann eine andere Familie mit 2 Kindern zu Besuch kam war sie sofort Feuer und Flamme und wollte gar nicht mehr von ihnen weg.

    Die beiden Beispiele zeigen, dass es wichtig ist die Interaktion zu beobachten und die Reaktionen richtig zu beurteilen, damit zusammenfindet wer zusammenpasst.

    Man kann also keinesfalls sagen, dass sich Dalmatiner nicht als Familienhund eignen. Vielmehr kommt es auf den Charakter des Hundes und die Ansprüche der Familie an. Dalmatiner sind allgemein sehr anpassungsfähige Hunde, aufgrunddessen sie auch zu sehr unterschiedlichen Lebensstilen passen können.

  • Allgemein

    Welpenimport

    Ein Welpenimport per Flugzeug ist an sich schon eine Angelegenheit, deren Aufwand man nicht unterschätzen sollte.

    Doch was passiert eigentlich, wenn es mit dem Rückflug, auf den man den Hund mitnehmen möchte, nicht klappt wie gedacht?

    Bisher habe ich 3mal Welpen auf einem Transatlantikflug begleitet und 2mal davon gab es Komplikationen. Das eine Mal hatten wir 2 Welpen, waren aber auch 2 Personen. Beim Check In wurde uns mitgeteilt, dass wir keinesfalls für den geplanten Flug zugelassen werden, weil die Außentemperaturen die zulässige Höchstgrenze überschritten hatten. Wir bekamen Tickets für den nächsten Tag, für den zum Glück deutlich niedrigere Temperaturen angesagt waren. Wir haben den gesamten Tag und die Nacht mit den Welpen am Flughafen verbracht. Alle 3-4 Stunden waren wir mit ihnen in dem kleinen Hundebereich, ansonsten haben sie die meiste Zeit in ihren Boxen verbracht. Zum Glück waren die Welpen überaus brav und entspannt, haben weder gebellt noch gejammert. Am nächsten Tag hatte es sich wie angesagt abgekühlt und wir durften dann den Flug antreten. Beide Welpen (Mazie und Jackpot) sind fit und gut gelaunt in Deutschland gelandet.

    Bei dem aktuellen Import (Darby) war ich ganz allein unterwegs.
    Am geplanten Abflugtag wurde mir mitgeteilt, dass kurzfristig mein Anschlussflug nach Deutschland gecanceled wurde, weil es Probleme mit der Crew gab. Auf einen anderen Flug konnte ich leider nicht gehen, sodass ich Tickets für den nächsten Tag bekam. Außerdem bekam ich von der Airline einen Gutschein für die Übernachtung in einem haustierfreundlichen Hotel. Also hieß es mit Sack und Pack wieder in ein Hotel und bis zum nächsten Tag warten. Darby hat sich sehr gut benommen, sie war ruhig und entspannt, wodurch ich einen angenehmen Aufenthalt hatte. Am nächsten Morgen wollte ich einchecken, doch leider waren die Temperaturen für die Zwischenlandung zu hoch, sodass Darby nicht akzeptiert werden würde. Glücklicherweise konnte ich auf einen Flug mit anderer Zwischenstation gehen, die temperaturmäßig sehr gut gepasst hätte. Darby wurde flugfertig gemacht und abgegeben. Am Gate habe ich dann erfahren, dass mein Flug schon wieder gecanceled wurde, wahrscheinlich wegen zu schlechtem Wetters. Eine Zwischenlandung woanders kam leider nicht in Frage, da es dort jeweils wieder zu warm für die Hundemitnahme war. Also bekam ich wieder ein Ticket für den nächsten Tag und vertröstete die Daheimgebliebenen auf noch einen Tag später.

    Dieses Mal habe ich am Flughafen übernachtet, mein Nachtlager ist auf dem Foto zu sehen. Den größten Teil des Tages habe ich damit verbracht, mal hier und mal dort zu sitzen, immer wieder mit Darby in den Hundebereich zu gehen und etwas zu lesen. In der Nacht habe ich einfach den Gepäckwagen dicht neben mich gestellt und für ein paar wenige Stunden geschlafen. Darby hat ohne einen Mucks 7 Stunden durchgeschlafen, trotz heller Beleuchtung und früh ankommenden Passagieren. Ich hatte mir eine Toilette ganz am Ende des Terminals ausgesucht, wo kein weiterer Durchgangsverkehr war. Dort habe ich alles am Eingang abgestellt, da ich natürlich unmöglich den ganzen Wagen mit hineinnehmen konnte. Es ist alles machbar

    Am nächsten Morgen bin ich positiv gestimmt wieder zum Check In gegangen, wo man mich nun schon kannte und mir alle Glück wünschten, dass diesmal nichts mehr dazwischen kommt. Es hat geklappt, beim 3. Anlauf konnten wir dann gemeinsam die Heimreise antreten.

    Was ist für einen selbst durchgeführten Import wichtig?

    – grundsätzlich sollten nach hinten heraus noch mindestens 3 weitere freie Tage zur Verfügung stehen um einen Puffer zu haben
    – gute Sprachkenntnisse der Landesprache
    – immer 1-2 Notfallpläne für „den Fall der Fälle“ parat haben z.B. alternative Flugverbindungen
    – keine Angst vor mehrfachen, kurzfristigen Planänderungen
    – Kontaktfreudigkeit (man wird mit einem Welpen unter Garantie mehrfach angesprochen)
    – mit Minimalismus zurechtkommen, Übernachtungen am Flughafen sind in der Regel weder luxuriös noch allzu bequem, sondern nur zweckmäßig und kostensparend.
    – Gesundheitszertifikate vom Züchter zeitlich nicht zu knapp austellen lassen, auch hier sollte nach Möglichkeit zumindest noch 3 Tage Puffer sein, sonst kann es sein, dass man zwar fliegen könnte, die Papiere jedoch ihre Gültigkeit verloren haben
    – gute Nerven!!! Das oberste Gebot lautet „Verliere nicht die Nerven, egal was kommen mag!“